
Wo der Name des Pullis herkommt, ist recht offensichtlich. Das war der erste Pulli, bei dem das Material richtig viel Geld gekostet hat - italienische Merino für den Hintergrund und 80% Angora für die Einstrickerei
. Das Material ist insgesamt superweich und kuschelig. Materialkosten damals etwas über 100,-- DM - das war ungefähr 1988 / 89 ein Haufen Geld.
Die Anleitung war irgendwann in den 80er Jahren in einer Verena. Ich habe das Heft einige Jahre in meinem Strickkorb liegen gehabt, ehe ich mich daran getraut habe. Getragen wird er ungefähr 2 oder 3 mal jeden Winter, weil ich so viel Angst habe, daß irgendwas passiert. Angora ist nicht gerade strapazierfähig und das Motiv liegt an einer zwar optisch sehr schönen, im täglichen Gebrauch aber auch arg strapazierten Stelle - ankleckern beim Essen (das passiert nur, wenn ich solche Pullis trage) und während der Arbeit ständig am Tisch anstoßen u.ä.
Wenn ich mich aber mal dazu durchringe, ihn zu tragen, gibts jedesmal reichlich Bewunderung - und absolute Ungläubigkeit, daß er tatsächlich selbst gestrickt ist. Aus heutiger Sicht stören mich nur die Sterne auf den Ärmeln. So wirklich gut gefallen haben sie mir von Anfang an nicht, aber ich war damals noch zu “Anleitungs-hörig” und hab mich nicht getraut, das zu ändern. So wirklich dazu gepaßt haben sie nämlich nie.

Der Name für diesen Pulli ist ebenfalls nicht erklärungsbedürftig - ob er tatsächlich unter die Kategorie “Antike Schätze” oder nicht besser unter “Kuriositäten” fällt, ist mir noch nicht so ganz klar.
Gestrickt habe ich ihn im Jahr 1987 zu meiner Führerscheinprüfung - und ihn dann auch tatsächlich an dem Tag getragen. Den “Lappen” habe ich übrigens auf Anhieb bestanden, vielleicht hats ja geholfen. Dazu passend gabs damals noch einen knöchellangen, engen Strickrock aus dem dunkleren grau. Es war eine meiner ersten Arbeiten in Intarsientechnik.
Die Anleitung war damals in einer “Mädchen”. Stricken war zu der Zeit so in, daß wirklich in jeder Zeitschrift, die eine überwiegend weibliche Leserschaft hatte, Strickanleitungen waren. Tempora mutantur. Um die ganze Sache etwas komplizierter zu gestalten, habe ich ein Material verwendet, daß genau die “doppelte” Maschenprobe hatte, d.h. ich hatte doppelt soviele Maschen und Reihen, wie in der Anleitung. Das ganze hat einiges an Umrechenaufwand erfordert und ich habe die gesamte Intarsienstrickerei auf Millimeterpapier umgezeichnet. Computer gabs damals noch nicht so wirklich ... Die Zeiten haben sich wirklich geändert.
Stricktechnisch habe ich mich seit damals deutlich weiterentwickelt, wie man an Kragen und Schultern deutlich sehen kann. Die Maschen für den Halsausschnitt hatte ich abgekettet und anschließend wieder aufgefasst - aber anscheinend nur das hintere Maschenglied, jedenfalls sieht man eine deutliche Linie, die mit Sicherheit so nicht beabsichtigt war.
Auch die Konstruktion von Schulterschrägung und Armkugel war mir damals noch eher schleierhaft - die Stufen entlang der Schrägung sind recht deutlich zu sehen und um den Ärmel passend einzusetzen mußte ich (bzw. meine Mutter, die mir damals noch viel geholfen hat) ziemlich tricksen. Erschwerend kam ja noch hinzu, daß die roten Teile von Vorder- bzw. Rückenteil und Armkugel zusammentreffen mußten.
Einige Jahre habe ich den Pulli recht häufig getragen, aber jetzt seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr. Vielleicht sollten wir zwei uns doch mal trennen?

So alt ist der Pullover eigentlich noch gar nicht, daß ich ihn tatsächlich als Antiken Schatz bezeichnen würde. Ich denke, ich hab ihn ca. 1999 oder 2000 gestrickt, jedenfalls lange vor meiner “Blog-Zeit”.
Die Besonderheit ist, daß er teilweise einfädig und teilweise zweifädig gestrickt wurde und aus ziemlich vielen Einzelteilen besteht.
Zunächst habe ich die vier Seitenteile einfädig gearbeitet (Vorder- und Rückenteil sind gleich). Dann habe ich aus den Mittelrand eines Seitenpanels mit zwei Fäden der dunkelsten Farbe Maschen aufgenommen und quer zehn Reihen gestrickt, dann weiter mit einem Faden dunkel und einem Faden mittel, dann zwei Fäden mittel, dann ein Faden mittel und ein Faden hell und zum Schluß mit zwei Fäden hell jeweils 10 Reihen. Die offenen Maschen wurden dann an die Mittelkante des zweiten Seitenteils genäht.
Der Kragen ist doppelt so hoch, wie er auf dem Bild aussieht und wird bei Bedarf hochgestellt oder (wie auf dem Bild) nach innen umgeklappt.
Für die Ärmel habe ich zunächst die Manschetten entsprechend der Mittel-Panel gearbeitet und anschließend aus der Kante Maschen aufgenommen und normale Ärmel drangestrickt.
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letzte Änderung: 26 Dezember, 2005 |
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