Antique Schätze

Unter dieser Rubrik stelle ich Pullis vor, die ich schon vor längerer Zeit gestrickt habe, die aber immer noch wunderschön sind.

“Teppich-Pulli”

Der Pulli heißt so, weil das Muster von einem kaukasischem Teppichmuster inspiriert ist. Die Anleitung stammt aus einer Frauenzeitschrift aus den 80er Jahren (ich glaube, es war eine Carina) - damals hatte jede Frauenzeitschrift, die auf sich hielt, in jedem Heft einige Strickanleitungen.

Gestrickt habe ich ihn Ende der 80er Jahre, das Material ist reines, ungefärbtes Alpaka und traumhaft weich und warm. Ich trage den Pulli nur sehr selten, weil er meistens zu warm ist und ich außerdem immer ein wenig Angst habe, daß er schmutzig wird. Dieses Stück waschen zu müssen, ist nämlich mein absoluter Alptraum.

Auf dem Detailbild kann man ganz gut erkennen, daß meine Norweger-Technik ziemlich zu wünschen übrig lässt. Ein “Klick” auf das Bild zeigt eine Vergrößerung - die hellen Maschen im einfarbigen Teil deutlich kleiner und regelmäßiger sind, als im Musterteil. Mittlerweile habe ich gelernt, daß Alpaka weniger geeignet ist für Norweger, weil es nicht elastisch genug ist. Trotzdem mag ich den Pullover sehr gerne und halte ihn für eines meiner absoluten Prachtstücke.

Pulli mit Passe

Pulli mit Passe

Die Anleitung für diesen Pulli stammt ebenfalls aus den 80er Jahren. Woher ich sie genau hatte, weiß ich nicht mehr, aber ich vermute die Zeitschrift Verena. Damals ja die Bibel aller modebewußten Handarbeiterinnen. Gestrickt habe ich den Pulli aber erst einige Jahre, nachdem er erschienen war, so daß das Originalgarn natürlich nicht mehr erhältlich war.

Zum Glück gabs damals einen ganz tollen kleinen Handarbeitsladen in Landshut - Wolle Mewe. Da waren die schönsten Garne überall im Laden verteilt, auf einem Tisch bergeweise Zeitschriften und Bücher und die Verkäuferinnen äußerst kompetent. Mit Hilfe der netten Verkäuferin habe ich dann passenden Ersatz ausgewählt. Da von keinem der angebotenen Garne alle nötigen Farben erhältlich waren, ist der Pulli neben dem Muster- auch ein ziemlicher Materialmix. Das Grundgarn ist Baumwolle, der erste Musterstreifen ist aus Schurwolle, die übrigen wieder aus Baumwolle - allerdings von einem anderen Hersteller, wenn ich mich richtig erinnere.

Vom modischen Gesichtspunkt ist der Pulli nicht mehr ganz up-to-date, aber ich mag ihn immer noch sehr gerne und trage ihn jeden Sommer einige Male. Das Garn war damals ziemlich teuer, allerdings hat sich die Ausgabe gelohnt. Mehr als 10 Jahre und etliche Runden in der Waschmaschine sieht man dem Stück überhaupt nicht an.

Camel-Pulli Camel-Pulli - Detailaufnahme vom Kragen Camel-Pulli - Detailaufnahme vom Übergang Body-Ärmel

Camel-Pulli

Der Name von dem Pullover kommt vom Material - das Garn besteht zu 10% aus Kamelhaar. Er ist unheimlich kuschelig und weich, leider pillt er sich auch ziemlich, so daß ich da häufig mit dem Fusselrasierer dran muß. Aus dem gleichen Material habe ich auch noch einen Pulli für meinen Freund und einen weiteren Pulli für mich gestrickt.

Der Pulli ist ein Eigenentwurf und wurde vor ca. 6 Jahren gestrickt. Die Zöpfe habe ich in Musterbüchern gefunden. Der komplexe Zopf an den Raglanschrägungen heißt “Florentiner Zopf” - und das bei meiner Vorliebe für die Toskana. Es ist mein erster Pulli, der vollständig ohne Nähte entstanden ist - zunächst den Body bis zu den Armlöchern in Runden, dann die Ärmel in Runden und zum Schluß die Passe im Raglanstil. Der Kragen ist doppelt, nach innen umgelegt und festgenäht. Im Winter ist das ein toller Schalersatz - ich hatte damals eine braune Lederjacke und das sah sehr schick aus.

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Hunde-PulliHunde-Pulli

Wo der Name des Pullis herkommt, ist recht offensichtlich. Das war der erste Pulli, bei dem das Material richtig viel Geld gekostet hat - italienische Merino für den Hintergrund und 80% Angora für die EinstrickereiHunde-Pulli - Detail. Das Material ist insgesamt superweich und kuschelig. Materialkosten damals etwas über 100,-- DM - das war ungefähr 1988 / 89 ein Haufen Geld.

Die Anleitung war irgendwann in den 80er Jahren in einer Verena. Ich habe das Heft einige Jahre in meinem Strickkorb liegen gehabt, ehe ich mich daran getraut habe. Getragen wird er ungefähr 2 oder 3 mal jeden Winter, weil ich so viel Angst habe, daß irgendwas passiert. Angora ist nicht gerade strapazierfähig und das Motiv liegt an einer zwar optisch sehr schönen, im täglichen Gebrauch aber auch arg strapazierten Stelle - ankleckern beim Essen (das passiert nur, wenn ich solche Pullis trage) und während der Arbeit ständig am Tisch anstoßen u.ä.

Wenn ich mich aber mal dazu durchringe, ihn zu tragen, gibts jedesmal reichlich Bewunderung - und absolute Ungläubigkeit, daß er tatsächlich selbst gestrickt ist. Aus heutiger Sicht stören mich nur die Sterne auf den Ärmeln. So wirklich gut gefallen haben sie mir von Anfang an nicht, aber ich war damals noch zu “Anleitungs-hörig” und hab mich nicht getraut, das zu ändern. So wirklich dazu gepaßt haben sie nämlich nie.

Verkehrszeichen-PulliVerkehrszeichen-Pulli

Der Name für diesen Pulli ist ebenfalls nicht erklärungsbedürftig - ob er tatsächlich unter die Kategorie “Antike Schätze” oder nicht besser unter “Kuriositäten” fällt, ist mir noch nicht so ganz klar.

Gestrickt habe ich ihn im Jahr 1987 zu meiner Führerscheinprüfung - und ihn dann auch tatsächlich an dem Tag getragen. Den “Lappen” habe ich übrigens auf Anhieb bestanden, vielleicht hats ja geholfen. Dazu passend gabs damals noch einen knöchellangen, engen Strickrock aus dem dunkleren grau. Es war eine meiner ersten Arbeiten in Intarsientechnik.

Die Anleitung war damals in einer “Mädchen”. Stricken war zu der Zeit so in, daß wirklich in jeder Zeitschrift, die eine überwiegend weibliche Leserschaft hatte, Strickanleitungen waren. Tempora mutantur. Um die ganze Sache etwas komplizierter zu gestalten, habe ich ein Material verwendet, daß genau die “doppelte” Maschenprobe hatte, d.h. ich hatte doppelt soviele Maschen und Reihen, wie in der Anleitung. Das ganze hat einiges an Umrechenaufwand erfordert und ich habe die gesamte Intarsienstrickerei auf Millimeterpapier umgezeichnet. Computer gabs damals noch nicht so wirklich ... Die Zeiten haben sich wirklich geändert.

Stricktechnisch habe ich mich seit damals deutlich weiterentwickelt, wie man an Kragen und Schultern deutlich sehen kann. Die Maschen für den Halsausschnitt hatte ich abgekettet und anschließend wieder aufgefasst - aber anscheinend nur das hintere Maschenglied, jedenfalls sieht man eine deutliche Linie, die mit Sicherheit so nicht beabsichtigt war.Verkehrszeichen-Pulli - linke Schulter

Auch die Konstruktion von Schulterschrägung und Armkugel war mir damals noch eher schleierhaft - die Stufen entlang der Schrägung sind recht deutlich zu sehen und um den Ärmel passend einzusetzen mußte ich (bzw. meine Mutter, die mir damals noch viel geholfen hat) ziemlich tricksen. Erschwerend kam ja noch hinzu, daß die roten Teile von Vorder- bzw. Rückenteil und Armkugel zusammentreffen mußten.

Einige Jahre habe ich den Pulli recht häufig getragen, aber jetzt seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr. Vielleicht sollten wir zwei uns doch mal trennen?

Amethyst

So alt ist der Pullover eigentlich noch gar nicht, daß ich ihn tatsächlich als Antiken Schatz bezeichnen würde. Ich denke, ich hab ihn ca. 1999 oder 2000 gestrickt, jedenfalls lange vor meiner “Blog-Zeit”.

Die Besonderheit ist, daß er teilweise einfädig und teilweise zweifädig gestrickt wurde und aus ziemlich vielen Einzelteilen besteht.

Zunächst habe ich die vier Seitenteile einfädig gearbeitet (Vorder- und Rückenteil sind gleich). Dann habe ich aus den Mittelrand eines Seitenpanels mit zwei Fäden der dunkelsten Farbe Maschen aufgenommen und quer zehn Reihen gestrickt, dann weiter mit einem Faden dunkel und einem Faden mittel, dann zwei Fäden mittel, dann ein Faden mittel und ein Faden hell und zum Schluß mit zwei Fäden hell jeweils 10 Reihen. Die offenen Maschen wurden dann an die Mittelkante des zweiten Seitenteils genäht.

Der Kragen ist doppelt so hoch, wie er auf dem Bild aussieht und wird bei Bedarf hochgestellt oder (wie auf dem Bild) nach innen umgeklappt.

Für die Ärmel habe ich zunächst die Manschetten entsprechend der Mittel-Panel gearbeitet und anschließend aus der Kante Maschen aufgenommen und normale Ärmel drangestrickt.
Obwohl das Mittelteil natürlich deutlich dicker ist als der Rest des Pullis, fällt es kaum auf. Durch die dünneren Seitenteile fällt er trotzdem sehr schön und trägt sich toll. Die unterschiedlichen Strickrichtungen geben ihm einen besonderen Charakter, der natürlich vor allem anderen Strickerinnen auffällt. Trotzdem war er sehr einfach, da der Schnitt keine besonderen Rafinessen enthält - das schwierigeste war der direkt angestrickte Rollkragen (an den Seitenteilen) und die leicht eingesetzten Ärmel.

 

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letzte Änderung: 26 Dezember, 2005