Hier ist es also, in all seiner Pracht - mein Shapely Tank Top. Ich bin total begeistert! Das Garn ist superklasse und das Top sitzt wirklich perfekt - die Anleitung wird als Basisschnitt in mein Repertoire aufgenommen!
Die verkürzten Reihen auf Brusthöhe sorgen für einen tollen Sitz. Normalerweise habe ich das Problem, daß anliegende Strickstücke entweder am Rücken Falten werfen oder vorne etwas kurz sind - gut aussehen tut das in beiden Fällen nicht.
Im Gegensatz zum Rücken (siehe unten) ist das Vorderteil (fast) musterfrei geblieben - ganz am Anfang hat sich ein ähnliches Muster wie am Rücken gebildet, auf Brusthöhe ganz leicht ebenfalls eines, aber sehr viel weniger auffällig. Damit kann ich leben. Ich habe geringfügig fester gestrickt, und so die Musterbildung eingeschränkt.
Ganpi Abaka ist wirklich ein faszinierende s Garn. Beim Stricken ist es ziemlich bockig und vernähen ist absolute Hölle. Die Rindenfaser, die den Kern des Garns bildet, ist nicht gerade weich und biegsam und die drumgewickelte Viskose verträgt keine größeren Strapazen (z.B. mehrmaliges durchziehen). Nachdem alles gewaschen ist, wurde das Maschenbild aber recht schön - nicht vollkommen gleichmäßig, aber dafür ist es ja auch ein Bändchengarn. Zudem wurde es etwas weicher und fällt wunderbar. Es ist vergleichbar mit Leinen, nicht ganz einfach zu verarbeiten, aber das Ergebnis lohnt die Mühe allemal. Und die Farben sind ja sowieso eine Belohnung für sich.
Es ist auch viel weniger durchsichtig, als ich während des Strickens befürchtet hatte. Langer Rede kurzer Sinn - ich bin absolut begeistert von dem Garn und würde am liebsten gleich noch etwas daraus machen. Und den relativ hohen Preis (8 € für 50 g) macht die enorme Lauflänge (225 m / 50 g) auf jeden Fall wieder wett. Für das Top habe ich ganze 130 g verbraucht! Da ich insgesamt 4 Stränge gekauft hatte, ist jetzt noch einges übrig. Allerdings gibts davon definitiv keine Baby-Version - ein Kindergarn ist es nämlich bestimmt nicht! Vielleicht einen schönen Schal mit Spitzenmuster? Sieht zu einem einfachen schwarzen Pulli oder Jacke bestimmt toll dekorativ aus.
Da das Garn nähen nicht vertragen würde, habe ich die Seitennähte “zusammengestrickt”. Eine passende Häkelnadel war nicht aufzutreigen, also habe ich die beiden Teile aufeinander gelegt und aus den aufeinanderliegenden Randmaschen Maschen herausgestrickt, also wollte ich dort weiterstricken und diese Maschen dann in der nächsten Reihe seeehr locker abgekettet. Sieht sauber aus, geht schnell, gibt (zumindest bei leichtem Garn) ausreichend Stabilität und ist trotzdem recht flexibel.
Der Rücken des Shapely Tank ist in ziemlich rasantem Tempo von der Nadel gehüpft, nachdem ich mich mal daran gewöhnt hatte, mit dem doch etwas ungewöhnlichen Garn zu stricken.
Bei Ganpi Abaka handelt es sich um eine Mischung aus japanischer Rindenfaser und Viskose mit einem kleinen Schuß Nylon. Dabei ist die Faser ein schmales Bändchen, daß von der Viskose und dem sehr dünnen Nylonfaden umwickelt wird. Auf den Bildern vom Garn ist das bei ganz genauer Betrachtung auch zu erkennen.
Faszinierend finde ich an dem Garn vor allem zwei Dinge: Lauflänge und Leuchtkraft. Es ist ein absolutes Leichtgewicht, für das Rückenteil habe ich nur geringfügig mehr als 1 Knäuel verbraucht (das 2. setzt kurz vor Beginn des Halsausschnittes an), die Lauflänge beträgt satte 225 m auf 50 g, das ist mehr als Sockenwolle. In Verbindung mit Nadelstärke 4, sorgt das für ziemliche Ergiebigkeit.
Die Farben sind absolut faszinierend und mit der Digitalkamera nicht einzufangen. Noch verstärkt wird die Leuchtkraft von Sonnenlicht - die Grundfarbe wirkt dann goldbraun, das schwarz ist kohlrabenschwarz, das silber leuchtet und der blaugraue Farbton leuchtet dann pfauenblau. Am besten gefällt mir aber lila-pink - leuchtend und kräftig und absolut atemberaubend. Ein ganzes Teil aus dieser Farbe wäre mein Albtraum aber so als Hingucker - wahnsinn.
Nicht ganz glücklich bin ich über die Musterung im unteren und oberen Teil - 103 Maschen sind ziemlich genau ein Rapport vom Druck. Beim Vorderteil bin ich noch nicht soweit, vielleicht kann ich mich doch aufraffen und dort im “kritischen” Bereich mit zwei Knäueln arbeiten.

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letzte Änderung: 26 Dezember, 2005 |
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