... aber ziemlich photographierfaul bin ich derzeit.
Und deshalb gibts so wenig Blogfutter. Aber ich kann ja wenigstens mal zusammenschreiben, was ich so stricke (und gestrickt habe).
Ein Twinset für meine Nichte - ärmelloses Top und Bolerojäckchen; ich hoffe mal, ich hab die Größe richtig eingeschätzt
Und weil meiner Tochter das Top so gut gefallen hat - das Top in einer Variation gleich nochmal; dafür soll es eine Anleitung geben.
Einen Rippenpulli für den Sohn - den er allerdings erst im Herbst gebrauchen kann.
Ein Top für mich - Empirestil mit perfekter Passform; dafür habe ich angefangen die Anleitung zu schreiben.
Ein kurzes Jäckchen fürs Töchterlein, weil das Wetter am Wochenende (da sind wir zu einer Hochzeit eingeladen) nicht so toll sein soll (so war jedenfalls die Vorhersage vor einer Woche noch) - fehlt noch ein Ärmel.
Und dazwischen spindle ich auch noch fleissig.
Eigentlich ganz schön viel - nur habe ich derzeit überhaupt gar keine Lust, mich mit der Kamera zu beschäftigen.
Das Jäckchen stricke ich nach einer Anleitung, aber mit reichlich Abwandlungen - und vielleicht sogar Neuerfindungen? Ich habe jedenfalls eine Methode gefunden, einen normalen Knopf direkt dranzustricken. Kein Knopfannähen - hurra!
... habe ich mich noch bei den ravelympics angemeldet.
Eigentlich wollte ich ja nicht wirklich mitmachen, weil ich Stricken nach Zeitplan meistens eher demotivierend finde und außerdem vermutlich keine Zeit gehabt hätte.
Aber jetzt hat es sich praktischerweise ergeben, dass ich sowieso genau während dieser Zeit etwas fertig bekommen muss, dass ich noch nicht mal angefangen habe: wir sind am 23. August zu einer Hochzeit eingeladen und dafür braucht Töchterlein noch eine schicke Strickjacke zu ihrem noch viel schickeren Kleidchen.
Und das nicht nur bei mir. Der Nachwuchs wollte auch Spindeln. Der Einfachheit halber habe ich selber welche gebaut aus gummibereiften Holzräden (aus dem Baumarkt, gabs bei den Möbelrollen, damit kann man zB Spielzeugautos bereifen), Schaschlikspießen, etwas Heftpflaster und einer aufgebogenen Büroklammer. Ich wollte auch noch welche aus CD's machen, aber da bin ich noch nicht dazu gekommen. Was mir auch noch fehlt sind kleine Schraubhaken - in meinem Baumarkt habe ich nur ziemlich große gefunden.
Außerdem hat noch der richtige Rohstoff gefehlt. Meine Merino-Stückchen waren mir etwas zu flutschig-glatt für erste Versuche von Kindern. Also habe ich ein wenig Bergschaf-Wolle besorgt und jetzt können sie loslegen. Es geht allerdings ziemlich zäh - das Andrehen der Spindel hatten die beiden ja schon vorab geübt (die Spindeln waren viel früher fertig als die Wolle da), aber das ist irgendwie das einfachste bei der ganzen Angelegenheit. Ausziehen ist für 5 - 7 jährige ganz schön schwierig.
Aber das wird schon.
Außerdem habe ich für mich noch ein bißchen was zum experimentieren bestellt. U.a. Gotlandwolle. Hui - die hats aber auch in sich. Sooo glatt, dass ich trotz der relativ langen Fasern echte Probleme habe, dass das Gesponnene nicht wieder auseinanderrutscht. Ich seh ja ein, dass die ziemlich langsam und schlecht drehende Kreuzspindel alles andere als ein geeignetes Werkzeug war, aber ansonsten war halt keine Spindel frei ...
Außerdem war noch ein kleines bißchen bunte Multicolor (ist das jetzt eigentlich ein Pleonasmus) war, die ich auf einer der Kinderspindeln schon mal ausprobiert habe - netter Effekt, fast wie die 100 von Trekking.
Damit es sich wirklich lohnt, war natürlich auch noch ein bißchen Filzwolle dabei - bestellt hatte ich mal wieder bei Wollknoll.
Unterdessen habe ich eine neue Technik gelernt: wie man die Spindel über den Oberschenkel anschubst. Ergebnis: es klappt hervorragend (auch wenn ich bisher immer gelesen hatte, das ginge bei Tiefwirtelspindeln gar nicht) und ich kann mehr Garn auf die Spindel packen.
Mit der normalen Technik wurde die Spindel zu schwer für meine Handgelenke, wenn mehr als ca. 30 g drauf waren. Auf Dauer hat das Anschubsen dann so belastet, dass ich aufhören musste. Mit der neuen Technik kann ich locker 60 g auf einmal draufpacken. Das gibt doch hinterher wesentlich nettere Knäuel ...
Hier sieht es ja recht mager aus. Hauptgrund ist, dass ich nicht so viel Zeit vor dem Rechner verbringe und die Zeit, die bleibt, geht für anderes drauf. Nämlich fürs Anleitungen aufschreiben, nachrechnen, umrechnen, usw. Ich habe da so die eine oder andere Idee in der Pipeline und möchte die auf jeden Fall bald in einer brauchbaren Form haben.
Der zweite Versuch war dann nur noch zweifädig, den Einzelfaden noch stärker gesponnen, damit beim Verzwirnen viel Drall vorhanden ist und in die Zwirnung gelangen kann. Außerdem habe ich die Spindel noch mit einem MIni-Haken versehen, bestehend aus einer Tackerklammer und etwas Pflaster. Danke an Christiane für den Tip in den Kommentaren zu meinem ersten Eintrag zur Mini-Spindel. Lauflänge hier sind ca. 600 m - die Singles sind also bei relativ konstanten 1200 m / 100 g mit diesem Spindelchen.
Vor ein paar Tagen wollte mein Junior plötzlich stricken lernen. In der Betreuung in der Schule ist seit gut einer Woche Fingerstricken sehr populär. Am Wochenende hat er sich dann durch meine Sockenwollreste gewerkelt und ungefähr 20 m Strickschlauch produziert. Dann war er der Meinung er wäre jetzt reif für "richtiges Stricken mit Nadeln". Es braucht noch viel Konzentration, aber die rechten Maschen klappen schon ganz gut.
Okay, eigentlich habe ich ja schon zwei - die beiden Modelle, die es bei Wollknoll gibt. Aber eigentlich verwende ich nur die normale Scheibenspindel, weil mich mit der Kreuzspindel nicht zurechtkomme.
Jedenfalls habe ich bisher nur Erfahrung im Umgang mit einer schweren, einer ziemlich schweren Spindel. Das Ding hat irgendwas zwischen 65 und 70 g Leergewicht. Und reichlich lesen (natürlich bei ravelry) hat mich irgendwann zu der Erkenntnis gebracht, dass leichte Spindeln wohl auch interessant sein müssen. Und weil ich auf die Schnelle keine entsprechende Spindel auftreiben konnte, bin ich halt kreativ geworden.
Die Konstruktion ist eher einfach
ein Schaschlikspieß
etwas Küchenrolle
eine Scheibenperle
Ursprünglich wollte ich eigentlich eine Perle aus Stein. Da das örtliche Bastelgeschäft aber keine vorrätig hatte und ich natürlich mal wieder relativ kurz vor Geschäftsschluß unterwegs war, wollte ich auch nicht mehr großartig in der Stadt rumlaufen. Also habe ich halt die etwas unregelmäßige Perle genommen.
Zusammengebaut war es dann schnell: von der Küchenrolle einen schmalen Streifen abschneiden und dort um den Spieß wickeln, wo später der Wirtel sitzen soll. Solange wickeln, bis der Wirtel gerade eben noch drübergeht. Fertig.
Da das Holz nicht superglatt geschliffen ist, hält der halbe Schlag am oberen Rand auch ohne Rille oder ähnliches perfekt.
Es ist ein völlig anderes Gefühl, mit so einer leichten Spindel zu arbeiten.
Sie dreht sich viel schneller
Sie dreht sich aber auch viel kürzer, nur 2 oder 3 Sekunden
Sie dreht sich genauso schnell zurück in die andere Richtung
Ich kann das Band viel lockerer in der Hand halten
Oder wie wäre ich sonst auf die Idee gekommen, ausreichend Wolle für einen Pullover mit der Handspindel zu spinnen?
gesponnen / single
So sieht es aus, wenn der Einzelfaden fertig geknäult und bereit zum verzwirnen ist.
gezwirnt und gewaschen / plied and washed
Ca. 25 g, bereit zum stricken - fehlen nur noch ca. 25 - 30 weitere solche Bällchen.
auf der Spindel / on my spindle
Aber ich bin fleissig dabei. Insgesamt 4 solche Portionen sind schon fertig (nur noch nicht alle gewaschen) und die Spindel ist zum 5. Mal fast voll.
Mal sehen, wie lange die Motivation hält. Zum Glück gibts bei ravelry eine Gruppe, die das Unterfangen gemeinsam unternimmt und so vielleicht gegen das eine oder andere Loch ein bißchen hilft.